Über uns

Spass-an-Kammermusik2

Liebe Nachwuchsmusiker,

Ihr habt Spaß an Kammermusik,
wollt mit anderen zusammen spielen?

Nicht nur im Orchester, sondern auch einmal als Trio, Quartett oder Quintett? Ihr würdet gerne richtig regelmäßig miteinander arbeiten, voneinander lernen und ausprobieren was ihr miteinander erreichen könnt? Möglichst auch zusammen auftreten oder vielleicht als Ensemble bei Jugend musiziert teilnehmen?

Wir wollen euch dabei unterstützen.

In der Initiative Jugend-Kammermusik bietet wir euch regelmäßigen Kammermusik-Unterricht bei engagierten, erfahrenen Hamburger Dozenten, sowie Auftrittsmöglichkeiten in und um Hamburg. Dabei sind die Kosten durch Jahresstipendien abgedeckt, für jeden Stipendiaten fällt lediglich ein Organisationsbeitrag von 50 Euro an.

VIDEO

Kammermusik-Kurstag und Stipendiatenkonzert in der Musikhochschule Hamburg.
Ein Porträt von Projekt und Stipendiaten. Film: Therese Ulrich, Springfilm-Produktion.

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Jahresresümee 2014-2015

Experiment ‚Großensemble‘. So könnte das Motto des Stipendienjahres 2014-15, mithin des 10. Jahrgangs der Initiative Jugend-Kammermusik Hamburg lauten. Offenbar aus der Streichquartettbegeisterung des Vorjahres geboren, hatten sich 14 Streicher zu einem schon fast professionell reifen Streichoktett und einem etwas jüngeren Streichsextett zusammengefunden. Für die Jugendlichen, wie letztlich auch für die betreuenden Dozenten, spannendes, aber auch forderndes Neuland, ist es doch eine sehr ambitionierte Aufgabe die subtilen Tugenden des Quartettspiels – gemeinschaftliches Atmen,  Intonation, Klanggebung, das klangliche und musikalische Verschmelzen zu „einem“ Streichinstrument, auch innerhalb eines aufs Doppelte vergrößerten Ensembles in allen Nuancen zu erarbeiten.

Aber das Experiment gelang, und gerade das Oktett konnte sich im Laufe dieses Jahres auf einer ganzen Reihe überregionaler Konzerte (u.a. in Leipzig, Dresden und der Gedenkstätte Theresienstadt) sehr erfolgreich präsentieren. Für die beteiligten Jugendlichen sicherlich eine einmalige Erfahrung, von der sie noch lange zehren werden. Erfreulicherweise wurde die intensive Arbeit dieser beiden Ensembles auch mit Wettbewerbspreisen belohnt: In der  Kategorie „Besondere Ensembles“ errang das Sextett einen 2. Preis beim Landeswettbewerb, das Oktett sogar einen 3. Preis beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert.

So positiv sich musikalische Arbeit und Ergebnis in diesen beiden Fällen darstellten, so führten sie allerdings auch vor Augen, welche organisatorischen Schwierigkeiten ein so großformatiges Projekt mit Jugendlichen darstellt, die größtenteils zwischen Abitur, Aufnahmeprüfungsvorbereitung, Bundesjugendorchester, lokalem Orchester etc. rotieren. Diese Schwierigkeit zeigte sich nicht zuletzt in Bezug auf die gemeinschaftlichen Kurstage, von denen in diesem Jahr aufgrund nicht auflösbarer Terminprobleme leider nur ein einziger stattfinden konnte. Letztlich muss das Fazit dieses Unterfangens also lauten: Das Experiment ‚Großensemble‘ verlief erfreulich erfolgreich, dennoch wird es auf mittlere Sicht für die IJK wohl ein Ausnahmefall bleiben.

Neben den 14 jungen Musikern aus Oktett und Sextett förderte die IJK im laufenden Jahr ein Bläserquintett, welches unter anderem beim Stiftermahl der Hamburgischen Kulturstiftung im Hamburger Rathaus auftreten konnte sowie vier Klaviertrios. Insgesamt wurden also 31 junge Musiker unterrichtet, von denen auch am Ende dieses Jahres wieder einige erfolgreich den Sprung in eine Musikhochschule und damit den wichtigsten Schritt in eine ernsthafte professionelle Musikerkarriere schafften.

In diesem Zusammenhang sei  auch erwähnt, dass es  dem Trio Adorno, vor genau 10 Jahren „Gründungsensemble“ der IJK, in diesem Jahr gelang, einen Preis bei einem großen internationalen Kammermusikwettbewerb, der „Melbourne Chamber Music Competition“ zu erringen. Ein wunderschöner Erfolg, welcher zeigt, welch tolle Früchte manchmal aus kleinen Anfangsschritten erwachsen können.

Auf das zehnjährige Bestehen der Initiative Jugend-Kammermusik dürfen alle Beteiligten sehr stolz sein. Diese ganze Dekade beinhaltet in der Summe die Förderung von mehr als 200 jugendlichen Nachwuchsmusikern, von denen einige mittlerweile in den Startlöchern einer professionellen Karriere stehen.

Last not least brachte das Jubiläumsjahr aber auch noch eine wichtige organisatorische Umstellung mit sich. Nach 10 Jahren Trägerschaft durch den Orchesterverein des Felix Mendelssohn-Jugendsinfonieorchesters hat sich unsere Mitbegründerin und langjährige Unterstützerin Brigitte Feldtmann bereit erklärt, mit ihrer gemeinnützigen GmbH Feldtmann kulturell künftig die Trägerschaft für die IJK zu übernehmen. Die enge Anbindung an die Hamburgische Kulturstiftung bleibt weiterhin bestehen, eine für unser Projekt sehr glückliche Voraussetzung. Zugleich fand in diesem Jahr auch ein personeller Wechsel innerhalb der Leitung der IJK statt. Nach 10 Jahren unermüdlichen Einsatzes für die IJK zog sich Prof. Clemens Malich aus der Leitung zurück, wird uns erfreulicherweise aber weiterhin als Dozent verbunden bleiben. An seiner Stelle wird Michael Holm, seit vielen Jahren bereits als Dozent dabei, die IJK künftig mit mir zusammen leiten. Herrn Prof. Malich und dem Orchesterverein MJO sprechen wir hiermit unseren großen Dank aus.

Dem neuen Stipendienjahr sieht die IJK somit tatkräftig und optimistisch entgegen, aus einem beeindruckend starken Bewerberpool konnten wir immerhin 8 Klavierkammermusikensembles mit insgesamt 27 vielversprechenden jungen Musikern auswählen. Die Initiative Jugend-Kammermusik Hamburg dankt der Hamburgischen Kulturstiftung und den tragenden Stiftungen im Namen all unserer Stipendiaten und Dozenten von Herzen für die Unterstützung während des vergangenen wie auch des kommenden Jahres!

Bernhard Fograscher