Report

Alle Ensembles der Initiative Jugend-Kammermusik Hamburg – Saison 2024/2025


Jahresbericht IJK 2024/2025

Im 20. Jahr ihres Bestehens stand das Förderjahr 24/25 der Initiative Jugend-Kammermusik im Zeichen der Klavierkammermusik. Neben einem Streichquartett förderten wir sieben Ensembles vom Klaviertrio bis zum Klavierquintett. Erstmals gab es sogar ein Quintett mit Kontrabass, welches sich drei Sätze des Forellenquintetts von Franz Schubert und das etwas unbekanntere Quintett von Hermann Goetz erarbeitete. Das Merkur Quintett hatte viel Freude mit diesen Stücken und erspielte sich beim Landeswettbewerb, neben dem ersten Preis, den Sonderpreis des Fördervereins Jugend musiziert. Dieser Sonderpreis ermöglichte den fünf Jugendlichen einen Meisterkurs an der Musikhochschule in Leipzig bei Professor Boris Kusnezow. Hier erfuhr das Quintett wesentliche Anregungen, die dann beim Bundeswettbewerb in Wuppertal auf der großen Bühne der Stadthalle in die Tat umgesetzt wurden. Das Ergebnis war ein zweiter Bundespreis. Einen zweiten Bundespreis erspielten sich auch das Dalia Trio und das Iris Quintett. Das Hermes Quintett erhielt beim Landeswettbewerb, neben der Höchstpunktzahl, auch noch den Sonderpreis von YoungClassX.

Aber auch die drei Klavierensembles, welche sich einen zweiten Preis beim Landeswettbewerb erspielt haben, waren mit viel Freude dabei. Das Mila Quintett erarbeitete sich sogar, nach dem Wettbewerb, ein neues Stück und bestritt damit ein Konzert im Kulturhof Itzehoe kurz vor den Sommerferien.

Ein gutes Abschneiden bei Wettbewerben ist natürlich immer eine große Freude, aber unser Ziel in der IJK ist viel weiter gefasst: mit Engagement und Musizierfreude die Welt der Kammermusik zu erkunden und dabei zu erleben, dass das Gesamte nicht die Summe seiner Teile ist. Selbstverständlich ist es notwendig für ein Gemeinschaftswerk, dass jeder Einzelne seinen Part bestmöglich erübt. Aber wir erleben immer wieder, wie durch gute kammermusikalische Arbeit auch bei unterschiedlichem Können der Ensemblemitglieder ein überzeugender Gesamtklang entsteht. Dann gleicht das Musizieren wirklich einem Gespräch, in dem jede Stimme gehört wird und jeder den anderen zuhört.

Das ist in unserer Zeit ein besonderes Erlebnis. Im Konzert überzeugt kein Streichquartett, bei dem vier Experten sich mit lautstarkem Vortrag gegenseitig das Wort abschneiden. Besonders in der Kammermusik geht es immer um ein Abwägen der Proportionen. Ein solistisch als richtig empfundenes Forte muss immer wieder neu an die anderen Stimmen angeglichen werden. Wo erleben wir heute noch, dass im Gespräch, zum Beispiel in Talkshows, unterschiedliche Informationen und Ereignisse in ein Verhältnis gebracht werden? In der Kammermusik ist jedes Konzert eine neue Gelegenheit, flexibel auf die Mitspieler, das Publikum und die akustischen Gegebenheiten einzugehen.

Dafür gab es in diesem Jahr viele Anlässe: in der Laeiszhalle, in Zusammenarbeit mit den Kammermusikfreunden, im Rathaus, im schönen Kammermusiksaal in der Tesdorpfstraße, in der Martin Luther Kirche, im neuen Saal des Hamburger Konservatoriums und bei unseren Gemeinschaftskonzerten in der Schnittke Akademie. Eine Premiere in diesem Jahr war der erste Auftritt unseres spontanen Streichorchesters mit dem Walzer aus der Serenade von Tschaikowsky und der Air von Bach. Hier spielten aktuelle Stipendiaten mit ehemaligen und potenziell neuen Stipendiaten. Nach nur einer Probe am Konzerttag klang das Ganze erstaunlich gut zusammen und wurde mit Begeisterung gehört und gespielt.

Neu war auch in diesem Jahr, dass bei vielen unserer Konzerte solistische Beiträge erklangen, oft mit Zeitgenössischer Musik.

Dies alles war nur möglich durch das unermüdliche Engagement unserer Förderin Frau Brigitte Feldtmann und ihrem Mitarbeiter Herrn Hartmut Sawatzky, unseren großartigen Dozenten und natürlich besonders unseren Stipendiaten. So freuen wir uns auf die nächste Runde mit neuen acht Ensembles und dem hoffentlich sommerlichen Start bei unserem Gartenfest nach den Sommerferien.

Michael Holm im August 2025

Brigitte Feldtmann
Kaufmännische Leitung
Michael Holm
Künstlerische Leitung und Organisation
Hartmut Sawatzky
Organisation und Medien


„Diese Hamburger Initiative ist einzigartig …“

Das „Mellenberg Quintett“ der IJK, Hamburg 2023 mit Magdalena Mahnke, Violine, Laurenz Brause, Violine, Yoshiko Krawehl, Viola, Jonathan Grotelüschen, Violoncello und Josias Michallek, Violoncello. Vorkonzert in der Laeiszhalle, kleiner Saal. Auf Bundesebene des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ erspielte sich das Quintett 2023 in Zwickau den ersten Preis mit voller Punktzahl.

„Sehr geehrte Frau Feldtmann, sehr gern möchte ich mich bei Ihnen für die Unterstützung der Kammermusikensembles – besonders des Mellenbergquintetts bedanken, das ich in diesem Jahr betreut habe. Ich freue mich sehr, dass die fünf sehr begabten Jugendlichen es zu der besonderen Leistung beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ gebracht haben.
Ich danke für die gute Zusammenarbeit und verbleibe mit den besten Wünschen für Sie und die IJK.
Ihre Bettina Rühl“  (Hauptdozentin – Viola)


Das Atria Bläserquintett der IJK hier noch beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“. Sofia Wolter, Querflöte, Richard Ramm, Fagott, Ella Späth, Oboe, Bela Marock, Horn und Melissa Matthießen, Klarinette. Auf Bundesebene erreichten Sie später den 2. Preis!


„Liebe Frau Feldtmann, ich bin sehr beeindruckt von Ihrem kulturellen Engagement für die Jugend. Hochbegabte Kinder können leicht Förderungen erhalten, aber Ihr Engagement geht weiter, was man am Atria-Bläserquintett sehen konnte.
Das erste Jahr in der IJK war nicht von „unglaublicher“ Leistung geprägt, sondern vom Interesse der Jugendlichen, die im zweiten Jahr über sich hinauswuchsen und am Ende große Erfolge feiern konnten.
Viele Grüße Markus Pfeiff“  (Hauptdozent – Fagott)


Das Abina Trio der Initiative Jugend-Kammermusik Hamburg beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Zwickau angekommen. Yaeko Gamo, Viola, Josefine Kardinar, Violine und Smilla Rose, Violoncello.


„Liebe Frau Feldtmann, lieber Herr Holm und Herr Sawatzky,
Vorweg das Wichtigste: Danke für ein wunderbares, anregendes, lebendiges Jahr in der IJK. Diese Initiative ist ein riesengroßes Geschenk für die Kinder und Jugendlichen. Es ist unglaublich, was in einem Jahr alles gedeihen, entstehen, blühen kann – wenn mit so tollen Lehrern und so intensiv musiziert werden kann. Diese Hamburger Initiative ist einzigartig – wir werden bundesweit und über die Grenzen hinaus darum beneidet!
Wir wünschen Ihnen ganz herzlich fröhliche Sommertage! Und freuen uns auf neue musikalische Abenteuer im kommenden IJK-Jahr.
Ihre Josefine und Alexandra Kardinar“